Allianz Zeitstrahl

Allianz: Die Geschichte eines Unternehmens

1890 wird die Allianz in Berlin und München gegründet. Erfahren Sie mehr zu den wichtigsten Entwicklungsschritten des Unternehmens.

Die Gründerjahre

Die Allianz wird 1890 in Berlin als Transport- und Unfallversicherer gegründet. Bereits vor Beginn des Ersten Weltkriegs erzielt sie rund 20 Prozent ihrer Einnahmen im internationalen Geschäft.

1890: 1890

Die Gründung der Allianz

Der Versicherungsfachmann Carl Thieme (rechts) und der Bankier Wilhelm Finck gründen die Allianz. Sie hatten zehn Jahre zuvor bereits die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft gegründet. Gemeinsam mit Vertretern zweier Bankhäuser, zwei Industriellen, einem Anwalt, einem Bankier, einem Politiker und einem Versicherungsexperten stellen Thieme und Finck das Gründungskapital von vier Millionen Mark zur Verfügung. Das Unternehmen wird am 5. Februar 1890 in das Handelsregister am Amtsgericht Berlin I eingetragen.

Illustration: 1890

1893: 1893

Eröffnung einer Filiale in London

Das Jahr 1893 markiert den Beginn der internationalen Geschäftstätigkeit der Allianz. Das Londoner Büro steht unter der Leitung des Chefs der Auslandsabteilung der Münchener Rück Carl Schreiner. Es kümmert sich um die Interessen deutscher Kunden der Allianz Transportversicherung im Ausland. Bis zum Beginn des 1. Weltkriegs weitet die Allianz ihre Geschäftstätigkeit in die USA, die Niederlande, Skandinavien, Italien, Belgien, Frankreich und auf den Balkan aus.

Illustration: 1893

1895: 1895

Einführung der Aktie an der Börse

Am 12. Dezember 1895 wird die Aktie der Allianz zum ersten Mal an der Berliner Börse gehandelt. Der Börsengang war von der Deutschen Bank vorbereitet worden. Die Aktien zum Nennwert von 250 Mark erreichen am Eröffnungstag einen Preis von 750 Mark.

Illustration: 1895

1906: 1906

Das Erdbeben von San Francisco

Das Erdbeben von San Francisco vom 18. April 1906 und der anschließende Großbrand ist für die Versicherer eine Katastrophe mit globaler Wirkung: 3000 Menschen sterben, 250.000 Bewohner werden obdachlos, der materielle Schaden beläuft sich auf ca. 350 Millionen Dollar. Versicherer aus der ganzen Welt, wie etwa Fireman’s Fund, Allianz und Münchener Rück, zahlen insgesamt 250 Millionen Dollar an die Geschädigten aus.

Illustration: 1906

1914: 1914

Weibliche Mitarbeiter bei der Allianz

Seit dem Beginn des Ersten Weltkriegs beschäftigt die Allianz erstmals nachweisbar weibliche Mitarbeiter. Beim Stuttgarter Verein hingegen, mit dem die Allianz 1927 fusionierte, waren bereits um 1890 rund 40 Prozent der Mitarbeiter im Innendienst Frauen. Sie arbeiteten vor allem als Schreibkräfte und Stenotypistinnen. Dem prüden Zeitgeist entsprechend mussten Frauen ihren Arbeitsplatz zehn Minuten früher verlassen, um auf dem Heimweg nicht den männlichen Kollegen zu begegnen.

› Website: Frauen bei der Allianz

Illustration: 1914

1918: 1918

Kriegsfolgen

Mit dem Beginn des 1. Weltkriegs endet das bis dahin ununterbrochene Wachstum der Allianz. Bis 1915 sinken die Prämieneinnahmen um fast 20 Prozent. Es folgen Jahre der Stagnation. Von ihren rund 800 Mitarbeitern (1914) fallen im Laufe des Krieges insgesamt 92 Männer. Deutschlands Niederlage im Krieg stürzt das Land in eine tiefe Krise. Die Allianz büßt Teile ihres Geschäftsgebietes ein. Viele ihrer Kunden verlieren ihr Einkommen durch Arbeitslosigkeit, Invalidität und Geldentwertung.

Illustration: 1918

Wachstum und Rationalisierung

Trotz Inflation und Weltwirtschaftskrise entwickelt sich die Allianz zum größten deutschen Versicherer. Das Wachstum erfordert eine Vereinfachung und Technisierung der Arbeitsprozesse.

1918: 1918

Allianz startet KFZ-Geschäft

Kaiser Wilhelm II. sagte noch: "Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung." Das sah die Allianz anders. Im Jahr der Abdankung des Monarchen 1918 gründete die Allianz gemeinsam mit der Münchener Rück und dem Kaiserlichen Automobilclub die Kraft Versicherungs-AG. Diese wird mit der Zunahme des Autoverkehrs in den 1920er Jahren zum größten KFZ-Versicherer in Deutschland.

Illustration: 1918

1922: 1922

Gründung von Allianz Leben

Die Allianz beginnt 1890 als Transport- und Unfallversicherer. Anfang der 1920er Jahre betreibt sie bereits alle damals üblichen Sachversicherungsbranchen. Um das Geschäft auch auf Lebensversicherungen erweitern zu können, gründet Kurt Schmitt, Generaldirektor der Allianz seit 1921, Allianz Leben und fusioniert diese 1923 mit der Deutschen Lebensversicherungsbank Arminia. Rasch entwickelt sich Allianz Leben zu einem der führenden deutschen Lebensversicherer.

Illustration: 1922

1923: 1923

Neues Firmenzeichen

Das erste Firmenzeichen der Allianz von 1890 weist deutliche Analogien zum deutschen Reichsadler auf. Der Adler trägt die Wappen der beiden Gründungsstädte München und Berlin. 1923 wird er durch den Allianz Adler ersetzt. Der Grafikdesigner Karl Schulpig gestaltet einen stilisierten Adler mit drei Jungen, die die neu hinzugekommenen Tochtergesellschaften symbolisieren. Der Allianz Adler wird zeitgleich zur Umfirmierung der Gesellschaft in den 'Allianz Konzern' eingeführt.

Illustration: 1923

1926: 1926

Maschinelle Datenverarbeitung

Die 1926 bei der Allianz eingeführte Kleinlebensversicherung mit monatlichen Beiträgen von zwei bis vier Reichsmark verlangt eine rationellere Policenbearbeitung. Lochkartenmaschinen von Hollerith erstellen nun Statistiken und machen die handschriftlich verfassten Zählkarten überflüssig. Druckmaschinen von Adrema fertigen Prämienrechnungen aus. Erst diese Rationalisierungsschritte ermöglichen den profitablen Betrieb der Kleinlebensversicherung.

1929: 1929

FAVAG-Skandal und Fusionen

Im August 1929 bricht mit einem der größten Wirtschaftsskandale der Geschichte der zweitgrößte deutsche Versicherungskonzern, die Frankfurter-Versicherungs-AG (FAVAG) zusammen. Binnen kürzester Frist entschließt sich die Allianz, die Versicherungsbestände der FAVAG zu übernehmen und so die Interessen der Versicherten zu wahren. Die Allianz beendet damit eine Reihe von Fusionen, die auch die Übernahme des Stuttgarter Vereins und der Bayerischen Versicherungsbank umfassten.

Illustration: 1929

1932: 1932

Gründung der Materialprüfstelle

Die Allianz gründet im Jahr 1932 in Berlin die Materialprüfstelle. Dort untersuchen, erforschen und begutachten Chemiker, Physiker und Ingenieure die technischen und naturwissenschaftlichen Aspekte des Maschinenversicherungsgeschäfts. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Institut nach Ismaning verlegt, um eine Abteilung für Automobiltechnik ergänzt und in Allianz Zentrum für Technik umbenannt. Das Institut widmet sich der Schadenforschung und der Risikoprävention.

Illustration: 1932

Die Zeit des Nationalsozialismus

Die Allianz wird ab 1933 Bestandteil des Wirtschaftssystems der NS-Diktatur. Am Ende des Zweiten Weltkriegs steht auch die Allianz wirtschaftlich am Abgrund.

1933: 1933

Kurt Schmitt wird Reichswirtschaftsminister

Am 30. Juni 1933 ernennt Reichspräsident Hindenburg den langjährigen Generaldirektor der Allianz Kurt Schmitt zum Reichswirtschaftsminister. Er tritt als Nachfolger Alfred Hugenbergs in das Kabinett Adolf Hitlers ein. Anfang 1935 gibt Schmitt sein Amt aus Krankheitsgründen ab. Er kehrt in beratender Funktion zur Allianz zurück und wird 1938 Generaldirektor der Münchener Rück. Nach Kriegsende enthebt ihn die amerikanische Militärregierung aller seiner Ämter.

Illustration: 1933

1938: 1938

Reichspogromnacht

Bei einer Sitzung am 12. November 1938 unter Vorsitz von Reichsminister Hermann Göring werden die wirtschaftlichen Folgen des Novemberpogroms gegen die jüdische Bevölkerung beraten. Allianz Vorstand Eduard Hilgard, Repräsentant der deutschen Versicherer, berichtet den Versammelten über die beim Pogrom verursachten materiellen Schäden. Die Rolle Hilgards und der Allianz im Kontext der Reichpogromnacht wurde in einer Studie zur Geschichte der Allianz in der NS-Zeit untersucht. Die Website dazu dokumentiert zentrale Forschungsergebnisse.

› Website: Allianz im Nationalsozialismus

Illustration: 1938

1941: 1941

11. VO zum Reichsbürgergesetz

Seit Beginn der NS-Herrschaft wird die jüdische Bevölkerung Deutschlands diskriminiert und verfolgt. Mit einer Fülle von Vorschriften und Willkürmaßnahmen zerstören die Nationalsozialisten die wirtschaftliche Existenz der Juden. Ab 1940 beginnen NS-Staat, Gestapo und SS, die Juden Europas zu deportieren und zu ermorden. Mit Erlass der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz konfisziert das Regime 1941 das Vermögen aller Deportieren, darunter auch die nicht bereits vorher enteigneten Lebensversicherungen.

Illustration: 1941

1945: 1945

Die Allianz am Ende des Krieges

Je länger der Krieg dauert, desto schwieriger wird es für die Allianz, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten: Die Schäden steigen rapide an. Arbeitskräftemangel und Bombardierungen lähmen die Arbeitsabläufe. Bei Kriegsende ist das Vermögen der Allianz vernichtet: Der Immobilienbesitz ist dezimiert. Die Prämienzahlungen werden weitgehend eingestellt. Die Anlagen in Reichsanleihen sind mit dem Ende des Krieges wertlos geworden. Bilanztechnisch ist die Allianz im Mai 1945 im Prinzip bankrott.

Illustration: 1945

Wiederaufbau und Umbrüche

Nach Wiederaufbau und Wirtschaftswunder wird die Allianz Anfang der 1970er Jahre zum größten Versicherer Europas. Die elektronische Datenverarbeitung revolutioniert die Arbeitsabläufe im Unternehmen.

1945: 1945

Wiederzulassung zum Geschäftsbetrieb

Am 8. Mai 1945 endet der Zweite Weltkrieg. Nach kurzer Unterbrechung von nur wenigen Tagen nimmt die Allianz die Arbeit wieder auf. Direktor Gerd Müller, der spätere Chef von Allianz Leben, ruft die Berliner Mitarbeiter mit einer handschriftlichen Notiz am Eingang der zerstörten Hauptverwaltung dazu auf, sich am 18. Mai dort zu versammeln. Nach der Erteilung der vorläufigen Konzession am 22. Mai beginnen die Aufräumarbeiten.

"Am 18. Mai wollen wir uns treffen und weitersehen, gez. Dr. Gerd Müller"

Illustration: 1945

1949: 1949

Verstaatlichung in der DDR

Anders als im Westen wird in Ostdeutschland das Versicherungswesen nach 1945 grundlegend verändert. An die Stelle der alten Versicherungsgesellschaften treten staatliche Landesversicherungsanstalten, die in den fünf ostdeutschen Ländern jeweils das Monopol ausüben. Diese fünf Gesellschaften fusionieren 1952 zur Deutschen Versicherungs-Anstalt. Im Jahre 1969 übernimmt diese die für Ostberlin zuständige Versicherungsgesellschaft und ändert ihren Namen in Staatliche Versicherung der DDR.

Illustration: 1949

1954: 1954

Neue Generaldirektion in München

Die sowjetische Berlin-Blockade 1948/49 lässt die Entscheidung des Vorstandes reifen, die Hauptverwaltung von Berlin in den Westen zu verlegen. Man entscheidet sich für München, wo bereits einige Abteilungen aus Berlin angesiedelt wurden. Der Architekt Josef Wiedemann, der unter anderem die im Krieg zerstörte Glyptothek wiederaufbaute, errichtet direkt am Englischen Garten ein aus vier Gebäudeteilen bestehendes Verwaltungsgebäude, welches Bundeskanzler Konrad Adenauer 1954 eröffnet.

1956: 1956

Moderne IT hält Einzug

Am 20. Januar 1956 beginnt mit dem IBM 650, dem europaweit ersten Magnettrommelrechner, das Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung bei der Allianz. Die unternehmenseigene Wochenschau dokumentiert für die Mitarbeiter und Kunden die Anlieferung des Gerätes aus Amerika. In dem neu gegründeten Rechenzentrum bedienen zunächst zwei, dann vier und schließlich sechs Mitarbeiter den Computer. Jährlich verarbeitet der IBM 650 weit über zehn Millionen Lochkarten für Statistiken und andere Anwendungen.

1958: 1958

"...hoffentlich Allianz versichert"

Der Designer Hansjörg Dorschel gestaltet für die Allianz Streichholzschachteletiketten. Die lustigen Zeichnungen auf millionenfach verteilten Schachteln sind so populär, dass die Figuren 1959 auch zu Stars von Trickfilmen werden. Die Werbung wirkt nachhaltig: bei einer aktuellen Umfrage zu den bekanntesten Werbesprüchen, rangiert der Slogan der Streichholzkampagne "...hoffentlich Allianz versichert" unter den Top Ten.

1959: 1959

Allianz in Paris

Im Jahre 1937 hatte die Allianz Konzessionen in über 20 Ländern. Über Tochtergesellschaften war sie in vielen weiteren Staaten tätig. Nach Kriegsende ist dieses Geschäft verloren. Das Auslandsvermögen der Allianz wird beschlagnahmt, die Geschäftsbeziehungen gekappt. In den ersten Nachkriegsjahren konzentriert sich die Allianz auf Deutschland, bevor sie Anfang der 1950er Jahre beginnt, Aktien ehemaliger Töchter in Italien und Österreich zu erwerben. Das direkte Geschäft in Frankreich nimmt die Allianz 1959 auf.

1962: 1962

1 Milliarde Beitragseinnahmen

Seit der Währungsreform kennt das Wachstum der Prämiemeinnahmen keine Grenzen. Bereits 1951 ist in der Sachversicherung der Vorkriegsstand erreicht, in der Lebensversicherung 1956. Im Jahre 1962 knackt die Allianz Versicherungs-AG die Milliardengrenze. Angetrieben wird die lebhafte Entwicklung von der KFZ-Versicherung, die bereits in den 1930er Jahren zur volumenstärksten Branche aufgestiegen war. Ende der 1960er Jahre stammen über die Hälfte der Prämieneinnahmen aus dieser Versicherung.

Illustration: 1962

1969: 1969

ELIAS rationalisiert den Betrieb

Seit Mitte der 1950er Jahre sammelte die Allianz Erfahrungen mit Computertechnik. Nun ist die Technik soweit fortgeschritten, dass Gesamtprozesse mit Hilfe des Datenbanksystems ELIAS elektronisch ablaufen können. In der umgestellten Gehaltsabrechnung ersetzt beispielsweise eine Stunde Computerarbeit 1500 Stunden manuelle Arbeit. Trotz des stetig steigenden Geschäftsumfangs kann so dank der Rationalisierungsmaßnahmen die Mitarbeiterzahl gesenkt werden.

Wege der Internationalisierung

Für die Allianz sind Europa und Amerika die Märkte der Zukunft. Um international flexibel agieren zu können, wird 1985 die Allianz Holding gegründet. Dies erleichtert die Fusionen der 1990er Jahre.

1973: 1973

Allianz größter Versicherer Europas

Im Jahr 1973 erzielen Allianz und Allianz Leben ein Gesamtprämienvolumen von über sechs Milliarden DM. Die Gruppe ist damit erstmals das größte Versicherungsunternehmen Europas und rückt zugleich in die Gruppe der zehn größten Versicherer der Welt auf. Der forcierte Ausbau des internationalen Geschäfts soll diese Position langfristig stärken.

Illustration: 1973

1974: 1974

Allianz international

Seit 1959 baut die Allianz nach und nach Zweigniederlassungen in Paris, Mailand und Wien auf und überwindet so den Abbruch ihrer internationalen Geschäftsbeziehungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Anfang der 1970er Jahre geht sie vorübergehend dazu über, in ausgewählten Märkten, wie etwa den USA, eigene neugegründete Gesellschaften zu etablieren. Die Schwerpunkte der Tätigkeit liegen im Industrie- und Transportgeschäft. 1972 erzielt die Allianz im internationalen Geschäft Prämieneinnahmen von 120 Millionen DM.

Illustration: 1974

1977: 1977

Der Allianz Adler wird modernisiert

Ab 1977 präsentiert sich der Allianz Adler in moderner Form. Der Designer Hansjörg Dorschel stellt den Adler in einen Kreis und gibt ihm weichere Konturen. Das neue Logo als Teil des ersten umfassenden Gestaltungskonzepts der Allianz soll dem Konzern ein einheitliches Erscheinungsbild verleihen - nach innen wie nach außen.

Illustration: 1977

1985: 1985

Allianz AG Holding

Der seit den frühen 1970er Jahren stark gestiegene Umsatz im Versicherungsgeschäft, insbesondere in der Industrieversicherung, sowie die Expansion im In- und Ausland über Beteiligungen machen eine Änderung der Konzernstruktur notwendig. Die Neugliederung tritt zum 1. Januar 1985 in Kraft. Dabei wird das direkte Versicherungsgeschäft auf die neu gegründete Tochtergesellschaft Allianz Versicherungs-AG übertragen. Sie ist durch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der neuen Allianz AG Holding, die 2006 in die Allianz SE umgewandelt wird, verbunden.

Illustration: 1985

1986: 1986

Einstieg in den britischen Markt

Die Allianz hatte 1893 ihre internationale Expansion mit einem Büro in London begonnen. Diese Tradition greift man 1974 auf, gründet die Allianz International Insurance Company Ltd., London, und kehrt so an einen der wichtigsten Versicherungsplätze der Welt zurück. 1986 folgt der Erwerb der Cornhill Insurance PLC. Damit verschafft sich die Allianz erstmals eine starke Präsenz in Großbritannien. Seit 2007 firmiert das Unternehmen unter Allianz plc.

Illustration: 1986

1990: 1990

Staatliche Versicherung der DDR

Am 1. Juli 1990 übernimmt die Allianz die Mehrheit an der Deutschen Versicherungs-AG und damit das gesamte Privatkundengeschäft sowie sämtliche Standorte und Mitarbeiter der ehemaligen Staatlichen Versicherung der Deutschen Demokratischen Republik. Dadurch ist der Versicherungsschutz für die Bürger der DDR übergangslos gewährleistet. Aus dem staatlichen Dienstleister formt die Allianz ein modernes Unternehmen. Heute arbeiten an den Standorten Berlin und Leipzig fast 5000 Allianz Mitarbeiter.

1990: 1990

Allianz in Mittel- und Osteuropa

Mit der Beteiligung an der ungarischen Versicherungsgesellschaft Hungária Biztosító engagiert sich die Allianz 1990 erstmals in einem Land jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Weitere Beteiligungen und Neugründungen folgen in Russland, der Tschechischen Republik, Rumänien, der Slowakei und Polen. Heute ist die Allianz mit über 25 Unternehmen in zehn Ländern nach Beitragseinnahmen und Bruttobeiträgen das führende ausländische Versicherungsunternehmen dieser durch starkes Wachstum geprägten Region.

Illustration: 1990

1993: 1993

Neues Rechenzentrum

Am 28. September 1992 nimmt das neue Rechenzentrum in Unterföhring seine Arbeit auf. Es besteht aus zwei getrennten Gebäudeteilen mit exakt gleichen Großrechneranlagen, die die Datensicherheit garantieren sollen – das wichtigste Gut eines Versicherers. Erstmals sind nun Datenverarbeitung und Druckzentrum eng verzahnt. Zunächst konzentriert man sich auf die Verwaltung der gesamten Datenbestände in Deutschland. Heute betreut die Allianz Shared Infrastructure Services SE in dem Rechenzentrum europaweit die Tochtergesellschaften der Allianz.

Illustration: 1993

1997: 1997

Assurances Générales de France

Im Herbst 1997 übernimmt die Allianz die französische Versicherungsgruppe Assurances Générales de France (AGF), Paris. Es handelt sich dabei um die bis dato größte Akquisition in der Geschichte der Allianz. AGF (heute Allianz France) ist besonders in Europa, Südamerika und Asien aktiv. Sie spielt eine bedeutende Rolle als Industrie- und Kreditversicherer sowie als Anbieter von Assistanceleistungen. Durch die Übernahme erhöhen sich die Kapitalanlagen der Allianz um 120 Milliarden DM auf 600 Milliarden DM.

Illustration: 1997

Der internationale Finanzdienstleister

Im Zuge der Globalisierung der Finanzmärkte diversifiziert die Allianz ihre Aktivitäten. Neben die Versicherung treten Vermögensverwaltung und Bankgeschäft.

1998: 1998

Allianz Asset Management gegründet

Die Allianz verwaltet Vermögen seit sie im Jahr 1922 das Lebensversicherungsgeschäft aufnahm und begann, die Beiträge ihrer Kunden anzulegen. Im Zeichen der Globalisierung der Finanzmärkte definiert die Allianz die Vermögensverwaltung als Kerngeschäftsfeld und gründet dazu 1998 Allianz Asset Management, heute Allianz Global Investors. Nach mehreren Übernahmen, wie etwa von PIMCO (2000), Nicholas-Applegate (2001) und cominvest (2008), ist die Allianz heute einer der wichtigsten Akteure in der Vermögensverwaltung weltweit.

Illustration: 1998

1999: 1999

Neues Gruppenlogo

Den Schritt in das neue Jahrtausend macht die Allianz im Jahr 1999 mit einem weiterentwickelten Logo, in dem sich Tradition und Modernität verbinden. Das Zeichen lädt zu gedanklichen Assoziationen ein: es verbindet den vertrauten Adler und die drei zentralen Geschäftsfelder der Allianz: Versicherung - Vorsorge - Vermögen.

Illustration: 1999

1999: 1999

Engagement in Asien

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts knüpft die Allianz erste Geschäftskontakte nach Ostasien. Im Jahre 1905 erhält sie die Konzession für den Betrieb der Feuerversicherung in einigen chinesischen Städten. Knapp 100 Jahre später beschließt die Allianz ihr Engagement in der Wachstumsregion konsequent auszubauen. Sie gründet beispielsweise in China das Joint Venture Allianz Dazhong Life Ins. Comp. Ltd. und beteiligt sich 1999 an der Allianz President General in Taiwan. Heute ist die Allianz in allen wichtigen Märkten der Region vertreten.

Illustration: 1999

2000: 2000

Stiftungsgründung

Am 2. August 2000 wird die Stiftung 'Erinnerung, Verantwortung und Zukunft' errichtet. Aus dem Stiftungsvermögen werden individuelle und humanitäre Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter und andere Opfer des Nationalsozialismus getätigt. Das Vermögen der Stiftung in Höhe von 10,1 Milliarden DM wird je zur Hälfte aus Mitteln der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft – deren Gründungsmitglied die Allianz ist – und von der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt.

› Website der Stiftung

Illustration: 2000

2001: 2001

Allianz kauft Dresdner Bank

Die Allianz definiert das Bankgeschäft mit dem Kauf der Dresdner Bank als neues Kerngeschäft. Es tritt damit neben die Versicherung und die durch das Investmentgeschäft der Dresdner deutlich gestärkte Vermögensverwaltung. Mit einer gemeinsamen Basis von über 20 Millionen Kunden in Deutschland bauen Allianz und Dresdner Bank ihre Marktposition aus. 2009 verkauft die Allianz die Dresdner Bank an die Commerzbank.

Illustration: 2001

2001: 2001

Studie: Allianz in der NS-Zeit

In vierjähriger Forschungstätigkeit erarbeitet der amerikanische Wirtschaftshistoriker Professor Gerald D. Feldman mit einem Team aus Historikern die Studie zur Unternehmensgeschichte der Allianz in der Zeit des Nationalsozialismus. Zentrales Anliegen der Untersuchung ist es, Entwicklung und Tätigkeit der Allianz von 1933 bis 1945, eingebettet in den gesamthistorischen Kontext, darzustellen.

› Website: Allianz im Nationalsozialismus

Illustration: 2001

2003: 2003

Mikroversicherung

Mikroversicherungen bieten Haushalten Versicherungsschutz, die ansonsten keinen Zugang zu Versicherungen hätten. Die Versicherten zahlen dafür Prämien, die nach dem Verhältnis der Wahrscheinlichkeit und der Kosten der abgesicherten Risiken berechnet werden. Indien war das erste Land, in dem die Allianz Mikroversicherungen angeboten hat. Seit 2003 hat Bajaj Allianz über 100.000 Produkte verkauft. Sie erreicht damit mittlerweile 1,6 Millionen Kunden. Inzwischen bietet die Allianz Mikroversicherungsprodukte in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerika an und versichert so weit über 30 Millionen Kunden.

Illustration: 2003

2005: 2005

Allianz Arena

Die Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron entwerfen für die beiden Münchner Fußballvereine TSV 1860 und FC Bayern ein modernes Stadion, das zum Wahrzeichen der Stadt München und zum Aushängeschild für die Allianz wird. Es leuchtet, entsprechend der Vereinsfarben der beiden Vereine, blau bei Spielen des TSV 1860 und rot bei Spielen des FC Bayern.

› Website der Allianz Arena

Illustration: 2005

2006: 2006

Die Allianz wird eine Europäische Aktiengesellschaft

Die Allianz AG wird in eine Europäische Gesellschaft oder Societas Europaea (SE) umgewandelt, eine neue Rechtsform für Aktiengesellschaften in der Europäischen Union. Dies ermöglicht der Allianz eine Vereinfachung ihrer Strukturen und erleichtert grenzüberschreitende Fusionen. Im Aufsichtsrat sind nun Arbeitnehmer aus verschiedenen europäischen Ländern vertreten. Das Geschäft in Deutschland wird unter dem Dach der Allianz Deutschland AG gebündelt.

Illustration: 2006

Heute

125 Jahre nach ihrer Gründung ist die Allianz heute gesünder und finanziell solider als jemals zuvor. Gemeinsam mit ihren 82 Millionen Kunden in 70 Ländern ist sie eine der weltweit stärksten Finanzgemeinschaften.

2010: 2010

Gründung der AMOS

Die Allianz Managed Operations & Services SE (AMOS) ist die interne Service Gesellschaft der Allianz Gruppe. Als globale Geschäftseinheit bietet die AMOS unternehmensinterne Dienstleistungen in den Bereichen Infrastruktur, Applikationen und Business Services.

Illustration: 2010

2012: 2012

Frauen in Führung

Erstmals in ihrer bald 125-jährigen Geschichte bestellt die Allianz 2012 eine Frau in den Vorstand der Allianz SE: Helga Jung übernimmt dort unter anderem die Zuständigkeit für Fusionen und Akquisitionen sowie das Versicherungsgeschäft auf der iberischen Halbinsel und in Lateinamerika. Im selben Jahr werden Birgit König und Sylvie Ouziel Vorstandsvorsitzende der Allianz Private Krankenversicherungs-AG bzw. der Allianz Managed Operations & Services SE (AMOS).

› Website: Frauen bei der Allianz

Illustration: 2012

2013: 2013

Die Allianz in der Türkei

Die Allianz übernimmt den türkischen Versicherer Yapı Kredi Sigorta und steigt zur Nummer eins im Versicherungsmarkt der Türkei auf. Zudem gewinnt sie mit der Yapı Kredi die viertgrößte private Bank des Landes als Vertriebspartner.

(Quelle: Shutterstock)

Illustration: 2013

2014: 2014

"Allianz Stadion" in Wien

Die Allianz erweitert ihre Stadienfamilie um das "Allianz Stadion" in Wien. Hier wird ab 2016 der österreichische Fußballclub SK Rapid seine Heimspiele austragen. Weitere Allianz Stadien stehen in München, Nizza, Sydney, London und São Paulo.

Illustration: 2014

2015: 2015

Die Allianz wird 125 Jahre

Das Jubiläumsjahr der Allianz steht unter dem Motto "Zukunft sichern": 25 Jahren hat das Unternehmen wertvolles Wissen, Erfahrung und Ideen gesammelt. Durch seine Arbeit und im Dialog mit Experten, Entscheidern und der Zivilgesellschaft entwickelt es Lösungen für globale Herausforderungen wie Demographie, Klimawandel, Zugang zu Finanzdienstleistungen und Digitalisierung.

› Website: 125 Jahre Allianz

Illustration: 2015